Welche Klaviertastatur? Großer Überblick bei E-Pianos …

E-Piano Klaviertastatur

Ein wichtiges Entscheidungskriterium beim Kauf eines E-Pianos ist für die meisten mit Sicherheit die Spielbarkeit und Qualität der Klaviertastatur.

Gerade Anfänger können die Qualität einer Klaviertastatur noch nicht gut einschätzen. In diesem Artikel werden Tastaturen der einzelnen Hersteller vorgestellt und Tipps zur Auswahl gegeben.

Klaviertastatur: Hintergrundinformationen

Ziel der Entwickler ist es, ein möglichst authentisches Abbild einer „echten“ Klaviatur zu erzeugen. Da ist es schon erstaunlich, was technologisch möglich ist.

Wie kann die Klaviatur, auch wenn es sich um ein E-Piano handelt, eine vergleichbare Spielbarkeit wie bei einem herkömmlichen Klavier aufweisen?

Eine qualitativ hochwertige Mechanik, die ein authentisches Spielgefühl gewährleistet, ist dabei entscheidend.

Zunächst ist der komplette Bereich von 88 Tasten für ein vollwertiges Instrument entscheidend.

Klaviertastatur als Vorbild für E-Pianos
Klaviertastatur mit Hammermechanik als Vorbils für E-Pianos

Durch das Drücken einer Taste wird aufgrund einer raffinierten Mechanik ein Hammer gegen eine Saite geschlagen. Die Jahrhunderte alte Kunst des Instrumentenbaus hat diese Technik immer weiter verfeinert und damit die Spielbarkeit der Instrumente verbessert.

Bei den elektronischen Varianten des Klaviers gibt es nun ein Problem. Diese ganz natürliche mechanische Bauweise muss auf engstem Raum umgesetzt und eine gar nicht mehr notwendige Konstruktion (zumindest beim Anschlagen einer Taste) simmulieren. Ganz nebenbei sollen die Instrumente trotz guter Spielbarkeit auch leichter, besser zu transportieren und platzsparend sein.

Heute spricht man auch bei einem E-Piano von sogenannter Hammermechanik. Bei traditionellen Klavieren und Flügeln werden die Saiten mit kleinen Hammern angeschlagen. Diese komplexe mechanische Konstruktion bewirkt das typische Spielgefühl beim Drücken einer Taste. Dabei spielt zum Beispiel eine Rolle, wie kräftig und wie schnell eine Klaviertaste gedrückt wird. Ebenso ist entscheidend, wie schnell eine Taste in die Ausgangslage zurückkehrt und wie schnell ein erneuter Anschlag möglich ist (Repetieren).

Neben dem Begriff Hammermechanik bewerben viele Hersteller ihr E-Piano damit, dass die Gewichtung der Tasten „skaliert“ oder „graduiert“ ist. Bei Klavieren oder Flügeln lassen sich generell die tiefen Töne schwerer anschlagen als die hohen. Dieser „Effekt“ wird durch spezielle Konstruktionen auch bei elektronischen Klavieren simmuliert und sorgt für noch mehr Authentizität.

Nicht zuletzt ist die Beschaffenheit, das Material, die Oberfläche der einzelnen Tasten für eine gute „Griffigkeit“ ausschlaggebend.

Mehr zur Klaviermechanik und deren Entwicklung steht bei Wikipedia:

https://de.wikipedia.org/wiki/Klaviermechanik


Diese Angaben zur Klaviatur sind wichtig:

88 Tasten

  • diese Anzahl entspricht einem herkömmlichen Klavier/Flügel
  • das sind etwas über 7 Oktaven
  • für den absoluten Einstieg können notfalls auch 61 oder 76 Tasten ausreichen, nach einiger Zeit wird aber die Begrenzung deutlich werden

Hammermechanik

  • manchmal auch gewichtete Hammermechanik
  • bei einer Hammermechanik wird durch ein ausgeklügeltes System der Anschlag auf einem Klavier simmuliert
  • der Tastendruck entspricht einem gewissen Widerstand, die Tasten springen aber auch schnell wieder für einen neuen Anschlag zurück
  • sogenannte „halbgewichtete“ Klaviaturen/Tastaturen sind für ein authentische Klavierspiel nicht geeignet

Anschlagsdynamik

  • diese Angabe betrifft die Erzeugung des Klanges
  • wenn eine Taste stärker angeschlagen wird, wird auch der Ton – fein abgestimmt – kräftiger/lauter bzw. durch leichten Anschlag leise und „zarter“

Graded Hammermechanik

  • auch skalierte Hammermechanik (je nach Hersteller) genannt
  • der Anschlag ist über die Tastatur unterschiedlich verteilt, der Widerstand ist in den oberen Lagen geringer als in den unteren, d. h. die Tasten lassen sich wie bei einem „echten“ Klavier mit der linken Hand im Bass etwas schwerer spielen als in den Höhen mit den Fingern der rechten Hand
  • diese Spielbarkeit kommt einem „echten“ Klavier meist sehr nahe und überzeugt auch Fortgeschrittene

Klaviertastatur-Überblick

Yamaha

Die Firma Yamaha ist eine der stärksten Vertreter im Bereich der Musikinstrumenten-Hersteller. Die Produktpalette ist groß, gerade im Bereich der Klaviere und Flügel gehört YAMAHA zu den führenden und renommiertesten Firmen auf dem Weltmarkt. Auch im Bereich der elektronischen Klaviere kann der Hersteller auf umfassende Erfahrungen zurückgreifen.

Graded Hammer Standard (GHS)

So schätzen viele Kunden die Klaviertastaturen, die bereits im Budget-Bereich eine graduierte Hammermechanik aufweisen. Weit verbreitet ist die die Klaviatur „Graded Hammer Standard“ (GHS).

So besitzen z. B. die Instrumente Yamaha P-45, Yamaha P-115, Yamaha Arius YDP-143 und Arius YDP-S52 diese GHS-Klaviatur.


E-Piano Arius YDP-143 von Yamaha
YAMAHA Arius Yamaha YDP-143B E-Piano

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Kawai

Auch Kawai gehört zu den renommierten Herstellern von digitalen Pianos. Eine bereits in den Budget-Modellen verbaute Klaviatur trägt die Bezeichnung Advanced Hammer Action IV-F und wird in vielen Testberichten gelobt.

Advanced Hammer Action IV-F

So verfügt z. B. das Kawai CN14 über eine Advanced Hammer Action IV-F Hammermechanik. Um ein authentisches Spielgefühl zu erreichen ist diese graduiert gewichtet, im Bass-Bereich etwas schwergängiger als in den Höhen. Teurere Instrumente von Kawai verfügen zusätzlich noch über sehr spezielle Druckpunkt-Simmulationen – die Basis-Variante (wie z. B. im CN14) ist aber bereits auf hohem Niveau.

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Roland

Die Firma Roland hat seit vielen Jahrzehnten einen sehr guten Ruf auf dem Gebiet der elektronischen Tasteninstrumente. So nutzt sie in vielen – auch den preiswerteren Instrumenten – die sogenannte PHA-4-Tastatur mit Yvory Feel. Diese z. B. im E-Piano Roland F-140.

PHA-4-Tastatur (Yvory Feel)

Der recht wohlklingende Name dieser Tastaturart bezieht sich auf die Oberfläche der Tasten. Bei der sogenannten Yvory-Feel-Tastatur (PHA-4) wird eine Elfenbein-Beschichtung mit besonders guter Griffigkeit simmuliert. Ansonsten sind die gewichteten Tasten mit Hammermechanik eine Nachempfindung echter Klaviermechanik. So gibt es einen spürbaren Druckpunkt, der besonders authentisches Spiel möglich macht.

Roland F-140 - E-Piano von Roland
E-Piano Roland F-140

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Casio

Casio setzt bei allen digitalen Pianos die sogenannte „Tri-Sensor skalierte Hammermechanik II“ ein, von der Budget- bis in die Mittelklasse.

Tri-Sensor skalierte Hammermechanik II

Die Klaviertastatur von Casio ist eine skalierte Hammermechanik, das heißt, sie ist im Bassbereich schwerer gewichtet als im Hochtonbereich. 3 Sensoren pro Taste (daher der Name „Tri-Sensor skalierte Hammermechanik II“) sollen die Anschlagserkennung genauer machen. Enthalten ist diese Tastatur z. B. bei preiswerten Instrumenten von Casio genauso wie beim „massiven“ Casio Ap-460.

E-Piano CASIO Celviano AP-460
CAsio E-Piano AP-460

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Korg

Korg hat die 88 Tasten-Klaviatur als Natural-Weighted-Hammer-Action-Tastatur bezeichnet. Sie ist in verschiedenen Instrumenten des Herstellers verbaut.

Natural-Weighted-Hammer-Action

Wie der Name bereits andeutet, ist auch die Natural-Weighted-Hammer-Action besonders gewichtet. So haben die tiefen Tasten gegenüber den hohen ein höheres Gewicht – hier wird das Spielgefühl auf einem Klavier oder einem Flügel simmuliert.


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